šingo ist bereit!

Posted by: on Sep 13, 2010 in Text | 10 Comments

Wie hoffentlich erwartet werde ich nun den Schleier vom seltsamen, vorhergehenden Post, lüften. Der Titel von diesem lautete ja bekannterweise šingo ešta redīd! Dies (und auch der ganze Rest des Posts) ist – trotz meines offenbar häufig fremdländisch scheinenden Schreiben – eindeutig als nicht-deutsch erkennbar. Wer mit mir auf Facebook befreundet ist, hat vielleicht schon einige Male bemerkt, dass ich seltsame Dinge, auf seltsam scheinende Sprachen schreibe. Vor kurzem habe ich dort auch angetönt, dass ich eine Sprache erfinden will.

Achtung, achtung: Erinnerungsmodus.
Es wird wohl den Einen oder Anderen geben, der mein Blog schon länger liest. Kann sich vielleicht noch an dies erinnern: Hämyünú! Migitié… Ja, Sprachen – und vor allem dabei von mir selbst entwickelte solche – sind für mich nicht erst seit Gestern ein hochinteressantes Thema. Und wenn wir grad’ dabei sind: Ja, Migitié gibt es noch. Nicht, dass ich es viel bräuchte oder noch daran entwickeln würde. Aber die Schrift kommt noch immer ab und an zum Einsatz :D Aber das ist ein anderen Thema. Kommen wir zurück zu šingo.

Was ist šingo und wofür brauche ich das?
Anders als bei Migitié erfinde/erfand ich šingo nicht direkt für mich, sondern eher für Menschen in einer fiktiven Zukunft, welche alle dieselbe, eine zukünftige Weltsprache sprechen. Ich überlegte mir die Entwicklung dieser Sprache zuerst in erster Linie als reine Recherche zu entwickeln. Ich entschied mich aber später dazu, das Alles etwas ausführlicher auszutüfteln und dann einige – oder alle – Kaptiteltitel meiner nächsten Geschichte in dieser Sprache zu schreiben.

So habe ich das nun gemacht, schön getüftelt, gefeilt und bin schlussendlich auf das Resultat gekommen, dass ihr euch im vorherigen Post ansehen konntet. Bevor ich auf die Details zu dieser Sprache komme, noch einiges zum vorherigen Post. So könnt ihr ihn euch in’s Gedächtnis zurückrufen, versteht vielleicht schon ansatzweise meine Überlegungen und interessiert euch mehr dafür.

So, was also wollte uns der letzte Post sagen?
Vorneweg: Ich hatte einen Schreibfehler – aber ich muss ja auch in selber erfundenen, eigenen Sprachen noch immer ich bleiben haha. Das erste tan bei ia’to, tan ešta redīd: ai fāmiḡta šingo! müsste eigentlich ten heissen. Aber das ist ja nicht so schlimm.

Hier also nochmal der Text vom letzten Post auf šingo:

ia’to, ten ešta redīd: ai fāmiḡta šingo

mâ, šingo ešta nani?
šingo ešta fiqšonid end pafeqtid stu-go. “mošaid bred-dšin”, aid šin-stori, šingo fāmiḡtan dēr. ai qonfesta: âd “pafeqtid end logiqid” eštano honto. si hontoid sakai-go eštastu, ioidmor eštastu.

mēbi, iū īwenta iū: wai, ai šita tât šiong. posi eštašte, ai īsid desqribšontaštesi sõ go. honto ešta, ai hâfta plan: sõ go eštastu tšapta-tītel of neqstid stori. tū, ten sûrid ešta ioid rešerš.

end hīr, iūtī vũta: dō, â‘pel riaqta šinid go: [Bild]

ešta spā, hontono?

mormorid end lāfid grītī
Pfoffī

Und jetzt auf Deutsch:

Endlich, es ist bereit: Ich erfinde šingo.

Aber, was ist šingo?
šingo ist eine fiktive und perfekte Zukunftssprache. “Der letzte Bäcker”, meine neue Geschichte, šingo wird dort erfunden. Ich gebe zu: Die Anpreisung “perfekt und logisch” ist nicht wahr. Wenn es eine echte weltsprache geben wird, wird sie besser werden.

Vielleicht fragt ihr euch: Warum ich diesen Aufwand betreibe. Die Möglichkeit bestand, dass ich die Sprache einfach beschrieben hätte. Die Wahreit ist, ich habe einen Plan: Diese Sprache wird die Kapiteltitel der nächsten Geschichte. Auch ist es sicher eine gute Recherche.

Und hier, seht ihr: Wie Apple auf die neue Sprache reagiert: [Das Bild der "šingo-Tastatur" von Apple]

Das ist super, nicht wahr?

Viele und liebe Grüsse
Pfoffie

Ich habe versucht, die deutsche Version grammatikalisch so ähnlich wie der originale šingo-Text halten. Das ging natürlich nicht immer, da sich die Grammatik von šingo nur teilweise mit der vom hohen Deutsch deckt.

Was hat šingo denn für Attribute, was zeichnet es aus, warum ist es die perfekte Zukunftssprache?
Also, was macht šingo zu šingo. Da gibt es einige Punkte:

  • Das šingo-Alphabet:
    Das wahrscheinlich wichtigste Attribut von šingo ist das Alphabet. Ich habe mir dazu bereits bei der Entwicklung von Migitié gedanken gemacht. Ich sagte mir, ein besseres Alphabet als das unsere muss mit sprachbezogener (oder auch von diesen unabhängiger)  Unlogik aufhören. Hier gibt es – aus meiner Sicht – einigen nachholbedarf. Ich werde jetzt nicht all zu tief darauf eingehen, aber ich habe zb unlogische Buchstabenverbindungen (wie sch, ch, ie, ng).
    So stellt zum Beispiel das oft verwendete š stimmlich das deutsche sch dar.
    Weiter wird auch auf die Existenz von Grossbuchstaben aufgrund des Fehlens eines Mehrwerts verzichtet.
  • Die Grammatik:
    Singo baut auf einem einfachen Generiksatz auf: Subjekt-Verb-Objekt. Dies ist auch bei Deutsch, Englisch und noch vielen mehr normalerweise der Fall. Die jetzt bekannten Sprachen lassen jedoch – entstehungsbedingt – sehr viel Spielraum für grammatikalische Umordnungen und Anpassungen. Die erscheinen im ersten Augenblick handlich, erschweren das Schreiben und lesen aber mehr und sollten somit, wenn möglich vermieden werden.
  • Die Wortarten:
    In šingo gibt es nur zwei Wortarten: Nomen und Partikel. Die Partikel, eine kleinere Gruppe von Wörtern, werden gebraucht um einzelne Nomen, Adjektive oder Sätze zu verbinden oder ihnen einen anderen, weiteren Sinn zu geben. So gehören Worte wie aber, und, oder, dieser oder auch zu den Partikeln.
    Die Nomen auf der anderen Seite stellen immer den Wortstamm – als Nominalwort – dar. Mit Suffixen kann aus jedem Nomen ein Adjektiv, ein Verb und alles weitere erstellt werden. Die Chance von Schreibfehlern kann somit auf ein Minimum gesenkt werden.
    Ein Beispiel: fiqšon – auf Deutsch: Fiktion. Mit der Suffix “id” kann man aus dem Nomen Fiktion einfach das Adjektiv fiktiv machen: fiqšonid. Man könnte natürlich auch ein Verb daraus machen, aber nicht in jedem Fall machen die Verb-, Adjektiv- und anderen Formen einen Sinn. Es ist jedoch nützlich, Worte wie “hausig” oder “äpfeln”  einfach so benutzen zu können, wenn diese plötzlich notwendig werden würden.
  • Die Wortherkunft
    Wer den Text gelesen und ein bisschen geforscht hat – oder sich auch mal das Wort fiqšon angeschaut hat, wird erkennen: Das kommt mir irgendwie bekannt vor.
    Ja, die Wortstämme aller wörter von šingo haben ihren Ursprung in irgend einer der momentan bekannten Weltsprachen. Dies hat mehrere Gründe: Zum Einen wird in meiner Geschichte šingo zum Grossteil von einer weltweiten Webcommunity generiert (zumindest das Vokabular). Dies hat natürlich zur Folge, dass Worte aus bereits bestehenden Worten entstehen und schlussendlich das beste, am einfachsten zu benutzende Wort gewinnt. (Einige Beispiele: mâ – fr: mais – aber / mēbi – en: maybe – vielleicht / honto – jp: honto – Wahrheit)
    Zum Anderen muss eine Weltsprache zwangsweise auf Bekanntem aufbauen. Ansonsten hat sie keine Chance, vom Gros der Menschen akzeptierbar und gar lernbar zu sein.

So, ich glaube, das war’s soweit mit šingo. Wenn jemand Frage(n) dazu hat, kann man natürlich gerne kommentieren oder mir ne Message zusenden.

Oh, nur noch etwas: Wer wissen will, wie der šingo-Post ausgesprochen klingt, kann sich das hier anhören:

So, das war’s – glaub ich – wirklich. Wie fandet ihr das Keyboard, das Apple (also ich :) haha) für šingo erfunden hat?

Cheerio, euer Pfoff, der Linguini.

Initiative zum klareren Ausdruck von Häufigkeiten

Posted by: on Dez 14, 2009 in Pfoffie, Pfoffie | 4 Comments

Wie sagt schon der Volksmund? Eine Sprache muss leben! Als lingophiler Plansprachenliebhaber stört mich das zwar, aber wenn’s schon leben soll, dann soll man auch dazu beitragen. Man mag sich vielleicht erinnern, dass ich dies bereits einmal getan hatte. Meine supi Initiative zum klareren Ausdruck von Missständen hat ja etwa gleichviel Anklang gefunden wie der Leuchtenzyklus. Nichtsdestotrotz komme ich Heute mal wieder mit einem neuen Sack voller neuer Sprachentwicklungen vorbei. In diesem Falle handelt es sich jedoch nicht um Worte, sondern gar ganze Sprichworte.

Man kennt die Situation, man will ausdrücken, dass es etwas ziemlich oft oder fast nie  vorkommt. Soweit so gut, das kann man ja ganz einfach: Dies gibt’s wie Sand am Meer und das ist wie eine Nadel im Heuhaufen. Was aber nun, wenn man in einem Gespräch von mehreren Dingen spricht, die eine klar definierte, unterschiedliche Häufigkeit aufweisen, sich jedoch nicht wie sand-am-meer zu nadel-im-heuhaufen verhalten, sondern eine feinere Abstufung benötigen?

Da kommen nun die neuen Redewendungen ins Spiel. Es gäbe da Steine im SandTiere im Wald oder Schafe in Neuseeland, um nur einige zu nennen. Sie einfach aufzuzählen reicht jedoch nicht aus. Deshalb hier eine Liste mit allen bisher erkannten Redewendungen und deren klaren Einsatzgebiet:

  • Sand am Meer
    Steht für das Absolutum der Häufigkeit. Es gibt keinen superlativ dazu.
  • Steine im Sand
    Steht offensichtlich im klaren Vergleich zum Sand am Meer. Wird auch vorallem, wenn nicht nur, dafür gebraucht. Denn Steine gibt es viele im Sand, aber Sand, gibt es noch immer viel mehr.
  • Tiere im Wald
    Tiere im Wald gibt es viele, aber man muss sich Mühe geben, um sie zu finden. Demnach wird diese Wendung genutzt, wenn es sich um etwas handelt, wovon es zwar reichlich gibt, was aber schwer zu finden ist. (Wie viele Nadeln im Heuhaufen)
  • Schafe in Neuseeland
    Dies stellt als einziges einen möglichen Superlativ oder Kosuperlativ zum Sand am Meer dar. Es handelt sich dabei um etwas, von dem es so viel gibt, dass es ganz eindeutig störend, bzw. zu viel ist. (vgl.: Es gibt enorm viel Sand am Meer, jedoch niemals zu viel)

Diese Liste ist natürlich vollkommen unvollständig. Es fehlen mitunter Wendungen, die die Nadel im Heuhaufen abstufen oder noch ganz andere Wendungen, die Häufigkeiten speziell adressieren können.

Es darf aber natürlich nicht ein Einzelner sein, der diese Wendungen in die Sprache setzt. Deshalb ist jeder mögliche Leser dieses Posts dazu aufgefordert, weitere Sprichwörter zu erkennen, die uns dabei Helfen uns endlich einfacher und präziser ausdrücken zu können.

Danke für’s Lesen

euer Pfoffie

    Initiative zum klareren Ausdruck von Missständen

    Posted by: on Okt 28, 2009 in Pfoffie | 7 Comments

    Die deutsche Sprache ist ja geradezu prädestiniert dafür, um neue, coole Wörter einzuführen und sie (dank dem Duden!) als Standards zu definieren. Deshalb habe ich mir überlegt, sollte man doch (wie in anderen Sprachen auch üblich) supicoole neue Wörter einführen, die einem die Möglichkeit schenken, gewisse Dinge mit einem Wort klar und facettiert auszudrücken. Deshalb hier meine Vorschläge für fünf neue Wörter die ab jetzt in die Alltagssprache eingehen sollten:

    • Geisterkreis
    • Geisterspirale
    • Hexenkreis
    • Hexenspirale
    • Teufelsspirale

    Die fünf Wörter sind klar vom bekannten Wort Teufelskreis abgeleitet und geben die Möglichkeit verfeinerte Aussagen über Missstände auszudrücken. Bekanntlich deutet ein Teufelskreis ja einen Missstand an, der sich selbst immer wieder wiederholt. Durch die Anbindung des Wortes Spirale kann nun intuitiv und einfach ein negativer Missstand ausgedrückt werden, der sich nicht nur wiederholt, sondern sich von Zyklus zu Zyklus verschlimmert. Mithilfe der Ersatzworte Hexe und Geister für Teufel kann weiter die Tragweite oder der Stärkegrad des Missstandes angegeben werden. So steht ein Geisterkreis für einen leichten, kaum spürbaren Missstand und ein Hexenkreis für etwas schon deutlich spürbares, aber doch tragbares während der Teufelskreis für ultimativ negative Missstände zu gebrauchen ist.

    An dieser Stelle könnte man sich natürlich gleichzeitig auch Worte für positive Situationen mit gleichem Schema überlegen. Engelskreis, Engelsspirale, Gotteskreis und Gottesspirale könnten für positive Situationen stehen, die sich entweder in sich selbst immer wiederholen oder gar noch besser werden!

    Ein weiterer Vorschlag für ein neues Wort aus dieser Kategorie wäre die Teufelsexplosion. Sie steht für einen plötzlichen, unerwarteten Missstand… oder so etwas ;)

    Was meint Ihr? :) Über die Worte vor Kreis und Spirale kann natürlich noch verhandelt werden, einige Menschen werden wohl mit Hexe und Engel und deren Zuteilungen nicht unbedingt einverstanden sein…

    Weitere neue Wortvorschläge sind natürlich auch immer willkommen! ;)

    Greez, euer Pfoffie

    Von der Einöde des hohen Deutsch

    Posted by: on Nov 15, 2007 in Pfoffie, Seltsam | 3 Comments

    - Flugzeug
    - Fahrzeug
    - Feuerzeug
    - Schreibzeug
    - Werkzeug
    - Malzeug
    … usw …

    und hier noch ein paar für deutsche Dauergameshows:
    Wörter mit …zeug:
    - Schwimmzeug
    - Esszeug
    - Tennispausenbodenaufwischzeug
    - Schwebzeug
    - Gleitzeug

    hehe… Geile sprache, die hat das Zeug dazu, berühmt zu werden.
    Dummes Zeug!

    Viele Grüsse vom Pfoffzeug